Der Tote in der Kirchenbank
ein Buch von Friedhelm Degenhardt
erschienen im "Projekte Verlag Cornelius GmbH" www.projekte-verlag.de
Mitten
im Herzen des Ruhrgebietes liegt die Evangelische Kirchengemeinde Wanne-Süd mit
ihrer Zwölf-Apostel-Kirche, klein und überschaubar, Pfarrer Maderbach kann
bequem zu Fuß seinen Bezirk betreuen, obwohl er als Langstreckenläufer auch
gerne längere Wegstrecken bewältigt.
Und fast an jedem Tag, den Gott werden lässt, der Tau hängt noch in Perlen auf den Gräsern der Wiesen, beginnt der ranke Sportler sein morgendliches Aufwärmtraining mit einem mehr oder weniger ausdauernden Lauf durch die Gemeinde und drum herum, je nach Wetterlage mal kürzer oder auch länger.
Die Gemeindesekretärin, Frau Wasper, macht sich ebenfalls Woche für Woche auf die Socken, um im Gemeindebüro des Pfarrhauses mit bewundernswerter Ausdauer ihre vielschichtigen Aufgaben wahrzunehmen.
Und die ehrenamtlich und freiwillig tätigen Gemeindeglieder treffen zu unterschiedlichen Zeiten auf dem kirchlichen Anwesen ein, um ihren vielfältigen Aufgaben und Dienstleistungen mit Akribie und Ausdauer nachzukommen und sie zu gestalten.
So geht alles seinen gewohnten Gang, bis eines Tages die
Totenglocke vom Kirchturm unerwartet ihre dumpfen Schläge hören lässt. Aber eine
Beerdigung steht nicht an, wie Frau Wasper nach einem kurzen Blick auf den
Terminkalender feststellt. Etwas irritiert
macht sie sich auf zum Kirchsaal, um
dort nachzuschauen, gegebenenfalls einen Übeltäter zu stellen, welcher die
Glocke in Schwingung versetzt haben könnte.
Sie findet jedoch zu ihrem Schrecken stattdessen einen Toten in der Kirchenbank vor dem Altar.
Und in der Aufregung über den grauslichen Fund der Leiche wird nicht sofort erkannt, dass auch die beiden Altarbilder an der Stirnwand fehlen. Das kann kein Zufall sein, denken später alle, die sich mit diesem Vorfall beschäftigen.
Und so entwickelt sich zwischen Glauben, Suchen und Finden so langsam etwas wie Gewissheit. Jedoch sind bis dahin noch viele Wege zu gehen und Gespräche zu führen. So auch an der Mosel, wo zufällig die Spur zu den Bildern wieder aufgenommen werden kann, als auch vor Ort, wo den alltäglichen Erfordernissen nachgegangen werden muss, wo sich Fragen und Antworten zum christlichen Glauben mischen mit der Suche nach der Lösung des Rätsels um den Toten in der Kirchenbank.
Insgesamt eine unterhaltsame Lektüre und lesenswerte, launige Erzählung, auch zum Vorlesen gut geeignet, mit einem zeichnerischen Rückblick am Schluss der geschilderten mannigfaltigen Episoden.